Gedichte...

Metaphysik


(mit Dank an Christian Federl)

Die Vereinigung der Gegensätze
das Sowohl-Als-Auch
Einheitsbewusstsein, eins

Ihm im Wege steht
die Angst
das Entweder-Oder
der Zweifler, die Zwei.

Sicherheit
meint Wandel
Das Risiko
berät
das Herz
navigiert

(20.05.2017)

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Fremdes..., Gedichte...

Das Lied von der Anderwelt


Es gibt einen See in der Anderwelt,
drin sind alle Tränen vereint,
die irgend jemand hätt‘ weinen sollen
und hat sie nicht geweint.

Es gibt ein Tal in der Anderwelt,
da gehen die Gelächter um,
die irgend jemand hätt‘ lachen sollen
und blieb stattdessen stumm

Es gibt ein Haus in der Anderwelt,
da wohnen wie Kinder beinand‘
Gedanken, die wir hätten denken sollen
und waren’s nicht imstand.

Und Blumen blüh’n in der Anderwelt,
die sind aus Liebe gemacht,
die wir uns hätten geben sollen
und haben’s nicht vollbracht.

Und kommen wir einst in die Anderwelt,
viel Dunkles wird sonnenklar,
denn alles wartet dort auf uns,
was hier nicht möglich war.

(Michael Ende)

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Journalistisches...

Ullrich Mies/Jens Wernicke (Hg.): „Fassademokratie und Tiefer Staat. Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter“


Mit Beiträgen von Jörg Becker, Daniele Ganser, Bernd Hamm, Hans-Georg Hermann, Hannes Hofbauer, Jochen Krautz, Mike Lofgren, Rainer Mausfeld, Hermann Ploppa, Jürgen Rose, Werner Rügemer, Rainer Rupp, Rainer Seidel, Andreas Wehr, Wolf Wetzel und Ernst Wolff.

Immer sichtbarer wird für Beobachter des Zeitgeschehens die schleichende Transformation parlamentarischer Demokratien in Richtung autoritärer Systeme. Organisationen, die sich ausschließlich Kapitalinteressen verpflichtet fühlen, schaffen suprastaatliche Strukturen, die sich der demokratischen Kontrolle entziehen. Vom Volk gewählte politische Repräsentanten sehen sich zu Handlangern der ökonomisch Mächtigen degradiert, viele von ihnen vollziehen den Schulterschluss mit ihnen.

Politik im bürgerlichen Staat war zwar schon immer interessengeleitet, neu an der aktuellen Situation ist aber die Tatsache, dass sich die Einflussnahme der Global Player nicht mehr auf die Lobby – die Vorhalle – politischer Ins­titutionen beschränkt, sondern dass Budget-, Finanz-, Sozial- und Umweltpolitik zunehmend auf Konzernrechnern konzipiert und dann nur mehr den einzelnen nationalen Parlamenten zum Absegnen vorgelegt werden.

„Das Ende der Demokratie … wie wir sie kennen“ übertitelte der 2015 verstorbene Soziologe Bernd Hamm seinen Beitrag und gab damit den Anstoß für dieses Buch. Die hier versammelten Autoren analysieren seinen Befund aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Gemeinsam teilen sie die Überzeugung, dass sich die liberalen Demokratien, wie sie sich seit dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet haben, im Niedergang befinden. Ihr aktueller Status ist mit dem Begriff der „Fassadendemokratie“ passend beschrieben.

Während der aus immer weniger voneinander unterscheidbaren Parteien bestehende Parlamentarismus ein Schauspiel für die Öffentlichkeit abgibt, liegt die reale Macht dahinter im sogenannten „Tiefen Staat“. Dieser Tiefe Staat als Werkzeug der ökonomisch Mächtigen ist mit exekutiven und legislativen Diensten verflochten, deren Personal sich in transatlantischen Think-Tanks versammelt. Kapitalkräftige Medienkonzerne kommunizieren dort Beschlossenes als angeblich alternativlos. Wirtschaftliche und militärische Logik dominieren. Das Ende der Demokratie, wie wir sie kennen, scheint besiegelt.

ISBN 978-3-85371-425-6, br., ca. 240 Seiten, ca. 19,90 Euro

Die Herausgeber

Ullrich Mies, geboren 1951, studierte Internationale Politik in Duisburg und Kingston/Jamaika und lebt als Unternehmer und Aktivist in den Niederlanden.

Jens Wernicke, geboren 1977, ist diplomierter Kulturwissenschaftler, arbeitet als Journalist u.a. für das Institut für Medienverantwortung und ist leitender Redakteur bei „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“.

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Journalistisches...

Jens Wernicke: „Lügen die Medien? Propaganda, Rudeljournalismus und der Kampf um die öffentliche Meinung“


Die etablierten Medien stecken in einer Glaubwürdigkeitskrise. Immer weniger Bürger vertrauen ihnen, insbesondere die Leitmedien stehen unter scharfer Kritik. Und selbst Politiker konstatieren inzwischen eine „erstaunliche Homogenität“ (Frank-Walter Steinmeier) und mangelnde Vielfalt der veröffentlichten Meinungen. Wie konnte es dazu kommen, was sind die Krisenursachen und was ist zu tun? Jens Wernicke hat mit über zwanzig Medienexperten über die verschiedenen Facetten der Vertrauenskrise gesprochen und sucht nach Lösungen und Auswegen. Das Resultat ist ein unverzichtbares Kompendium der Medienkritik.

Verlag: Westend; Auflage: 1 (1. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864891884
ISBN-13: 978-3864891885

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Journalistisches...

Vom Friedensforscher zum Verschwörer: Daniele Ganser und die Medien


Furchtbar, diese Häretiker! Sie kritisieren einfach die bestehenden Verhältnisse, insistieren auf deren Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit. Damit treten sie jenen auf die Füße, die nicht gewohnt sind, dass man sie infrage stellt. Der Politik, der NATO, der allgegenwärtigen neoliberalen Ideologie und ihren Apologeten. Einer, der sich nicht verbiegen lässt, sondern sagt, was er erkannt hat und für die Wahrheit hält, ist der Schweizer Friedensforscher Daniele Ganser, der zurzeit massiven Anfeindungen seitens der journalistischen Zunft ausgesetzt ist. Jens Wernicke sprach mit ihm zur Rolle der Medien im Kampf um die Wahrheit und eine bessere Welt.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=37585

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Fremdes...

Ex-ARD-Redakteur Bräutigam über die Tagesschau: „Die Mängel sind institutionell“


Volker Bräutigam über die Tagesschau: „Die Mängel sind institutionell“

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Fremdes..., Seelisches...

Du trägst das Heilmittel in Deinem eigenen Herzen


Die Schäden von emotionaler Misshandlung können nicht an sichtbaren Narben gemessen werden, aber jedes Opfer verliert einen Prozentsatz seiner Leistungsfähigkeit. Und diese Leistungsfähigkeit bleibt so lange verloren, wie das Opfer in dem Kreislauf von „Verstehen“ und „Vergebung“ feststeckt. Der Misshandler hat kein „Recht“ auf Vergebung – solche Wohltaten können nur verdient werden. Und obwohl der Schaden mit Worten angerichtet wurde, kann echte Vergebung nur mit Taten verdient werden. (…)

Wenn du ein Opfer von emotionaler Misshandlung bist, kann es keine Selbst-Hilfe geben, bis du Selbst-Bezüglichkeit lernst. Das bedeutet, deine eigenen Maßstäbe zu entwickeln, für dich selbst zu entscheiden, was „Güte“ wirklich ist. Die kalkulierten Bezeichnungen des Misshandlers zu übernehmen – „Du bist verrückt. Du bist undankbar. Es ist nicht so passiert, wie du sagst“ – setzt nur den Kreislauf fort.

Erwachsene Überlebende von emotionaler Kindesmisshandlung haben nur zwei Wahlmöglichkeiten im Leben: lernen, sich auf sich selbst zu beziehen, oder ein Opfer bleiben. Wenn dein Selbstbild zerfetzt wurde, wenn du tief verletzt wurdest, und man dir das Gefühl gab, die Verletzung wäre nur deine Schuld, wenn du nach Anerkennung bei jenen suchst, die sie nicht verschaffen können oder wollen – spielst du die Rolle, die dir von deinem Misshandler zugewiesen wurde.

Es ist Zeit, aufzuhören, diese Rolle zu spielen, Zeit, dein eigenes Manuskript zu schreiben. Opfer von emotionaler Misshandlung tragen das Heilmittel selbst in ihren Herzen und Seelen. Rettung heißt Selbst-Respekt lernen, den Respekt anderer verdienen, und diesen Respekt zu dem absolut unreduzierbaren erforderlichen Minimum für alle intimen Beziehungen zu machen. Für das emotional misshandelte Kind ergibt sich aus Heilung „Vergebung“ – Vergebung für dich selbst.

Weiterlesen: http://www.vachss.de/mission/dispatches/disp_9408_a.html

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Fremdes..., Gedichte..., Seelisches...

Die Gefängnisse des Innern


diese gefängnisse des Innern
sind schlimmer als die schlimmsten steinernen Verliese
und solange sie nicht geöffnet werden
bleibt all euer Aufruhr
nur eine Gefängnisrevolte
die niedergeschlagen wird
von bestochenen Mitgefangenen

(Peter Weiss)

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Journalistisches...

Paul Watzlawick: Wenn die Lösung das Problem ist


Paul Watzlawick: Wenn die Lösung das Problem ist

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Gedichte...

Der Gordische Knoten


„Die Liebe ist aber nicht nur ein Geben, ihr „aktiver“ Charakter zeigt sich auch darin, dass sie in allen ihren Formen stets folgende Grundelemente enthält: Fürsorge, Verantwortungsgefühl, Achtung vor dem anderen und Erkenntnis. (…) Liebe ist die tätige Sorge für das Leben und das Wachstum dessen, was wir lieben.“

Erich Fromm

Wenn einen ein Mensch
den man aus ganzem Herzen liebt
verrät

dann ist es Liebe
ihn zu verstehen
und hinter seiner Bosheit
auch seine Not und Angst
und Verzweiflung
zu sehen

die ihn so handeln ließ
wie er es tat

Liebe
ihm Hilfe anzubieten
und seinen Verrat
auch zu verzeihen

nicht Täter zu sein

Wenn einen ein Mensch
den man aus ganzem Herzen liebt
verrät
und auf den Hinweis
dass sein Verhalten
untragbar
weil Verrat ist
nur immer weiter
und weiter verrät

er also
keine Verantwortung
für sein Tun
und seine Ruchlosigkeit
übernimmt
sein Handeln nicht abstellt
und nichts aus dem Gewesenen lernt

dann ist es Selbstliebe
permanenten Verrat
und also weiteren Missbrauch
des eigenen Vertrauens
der eigenen Integrität
zu unterbinden
indem man geht
und diesen Menschen verlässt

nicht Opfer wird
und bleibt

Wenn einen ein Mensch
den man aus ganzem Herzen liebt
verrät
und man weder
Opfer noch Täter
wird

wo also sowohl die Liebe
als auch Selbstliebe
stark und wirkmächtig
genug sind

da kann es Liebe sein
dennoch zu bleiben

als Freund
und nur Freund
als Freund der hilft
doch nichts mehr begehrt

Nächstenliebe
nennt man das dann

Partnerschaft aber
setzt Wachstum und Wahrheit
setzt Integrität
und Verantwortungsübernahme
voraus

Mitgefühl allein
ist keine Basis hierfür

Mitleid noch weniger

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Fremdes..., Seelisches...

Wie Beziehung gelingt


Jürg Willis Kollusionskonzept behandelt Schwierigkeiten, in die Paare kommen können, die sich für eine dauerhafte Bindung entscheiden. In jeder tieferen Zweierbeziehung kommt es nach Willi zu einer Funktionsteilung zwischen den Partnern.

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Fremdes..., Seelisches...

Symbiotische und „reife“ Beziehung


In einer reifen Beziehung sind beide Partner „bei sich selbst“, das macht sie anziehend für den anderen. Bindung entsteht durch Anziehung, „Attraktion“. Beide fühlen sich frei, sich zu verändern, zu wachsen. Diese Veränderung erlebt der Partner als lebendig, als anziehend. Zwei Menschen, die in dieser Form den anderen achten, so wie er ist, können eine Beziehung leben, die von Respekt und Auseinandersetzung bestimmt ist und beiden Wachstum ermöglicht. Daraus entsteht eine tiefe Bindung.

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Fremdes..., Seelisches...

Das Trauma des Krieges


Franz Ruppert: Das Trauma des Krieges

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Fremdes..., Seelisches...

Trauma und Schuld


Es ist unglaublich und immer wieder niederschmetternd, wie viele Betroffene sich selbst die Schuld geben an dem, was ihnen passiert ist. Es macht mich immer wieder traurig und wütend zugleich, dass gerade wenn eine Traumatisierung von einer Person ausgelöst wurde, das Opfer die Verantwortung für die Handlung der Täters übernimmt.

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