Fremdes...

Du trägst das Heilmittel in Deinem eigenen Herzen


Emotionale Misshandlung von Kindern kann im Erwachsenenalter zu Abhängigkeit, Wut, einem ernsthaft beschädigten Selbstgefühl und zur Unfähigkeit, mit anderen echte Bindungen einzugehen, führen. Aber – selbst wenn es dir passiert ist – es gibt einen Weg hinaus.

von Andrew Vachss

Ich bin Rechtsanwalt mit einem ungewöhnlichen Spezialgebiet. Meine Klienten sind alle Kinder – geschädigte, Schmerzen erleidende Kinder, die sexuell angegriffen, körperlich misshandelt, ausgehungert, ignoriert, verlassen wurden und jede andere lausige Sache erfuhren, die ein Mensch einem anderen antun kann. Menschen, die wissen, was ich tue, fragen immer: Was ist der schlimmste Fall, mit dem sie sich je befasst haben? Wenn Sie in einem Geschäft sind, wo ein Baby, das früh stirbt, das glücklichste Kind in der Familie sein mag, gibt es darauf keine einfache Antwort. Aber ich habe darüber nachgedacht – ich denke jeden Tag darüber nach. Meine Antwort ist, dass von all den vielen Formen von Kindesmisshandlung, emotionale Misshandlung die grausamste und am längsten währende von allen sein mag.
Emotionale Misshandlung ist die systematische Verkleinerung des anderen. Sie kann absichtlich oder unterbewusst (oder beides) sein, aber sie ist immer eine Verhaltensweise, nicht ein einzelner Vorfall. Sie ist darauf angelegt, das Selbstbild eines Kindes auf den Punkt zu reduzieren, wo das Opfer sich des natürlichen Geburtsrechts aller Kinder für unwert erachtet: Liebe und Schutz.
Emotionale Misshandlung kann so vorsätzlich sein wie ein Gewehrschuss: „Du bist fett. Du bist dumm. Du bist hässlich.“
Emotionale Misshandlung kann so blindlings sein wie der Fallout einer Nuklearexplosion. In ehelichen Auseinandersetzungen zum Beispiel werden die Kinder allzu oft zum Schlachtfeld. Ich erinnere mich an einen Jungen, kaum in seinen Teenagerjahren, der abwesend die frischen Narben an seinen Handgelenken rieb. „Es war der einzige Weg, sie alle glücklich zu machen“, sagte er. Seine Mutter und sein Vater waren in einen Scheidungskrieg verstrickt, und jeder verlangte völlige Loyalität und Verbundenheit von dem Kind.
Emotionale Misshandlung kann aktiv sein. Boshaftes Herabsetzen: „Du wirst niemals so erfolgreich sein wie es dein Bruder war.“ Bewusste Demütigung: „Du bist so dumm. Ich schäme mich, dass du mein Sohn bist.“
Sie kann auch passiv sein, die emotionale Entsprechung von Kindesvernachlässigung – eine Unterlassungssünde, wahrlich, aber darum nicht weniger zerstörerisch.
Und es kann eine Kombination von beidem sein, was die negativen Wirkungen geometrisch anwachsen lässt.
Emotionale Misshandlung kann verbal oder im Verhalten, aktiv oder passiv, regelmäßig oder gelegentlich stattfinden. Ungeachtet dessen ist sie oft ebenso schmerzhaft wie ein körperlicher Angriff. Und, mit seltenen Ausnahmen, dauert der Schmerz viel länger an. Die Liebe eines Elternteils ist für ein Kind so wichtig, dass sie ihm vorzuenthalten einen Zustand des „Scheiterns in der Entwicklung“ verursachen kann, ähnlich dem von Kindern, denen man eine angemessene Ernährung verweigert hat.
Selbst der natürliche Trost von Geschwistern wird denjenigen Opfern emotionaler Misshandlung verweigert, die als das „Zielscheiben-Kind“ der Familie ausersehen sind. Die anderen Kinder sind schnell dabei, ihre Eltern zu imitieren. Anstatt die Fähigkeiten zu erlernen, die jedes Kind als ein Erwachsener brauchen wird – Einfühlungsvermögen, Fürsorglichkeit und Beschützen – lernen sie die Boshaftigkeit einer Hackordnung. Und so setzt sich der Kreislauf fort.
Aber ob als absichtliches Ziel oder unschuldiger Zuschauer, das emotional misshandelte Kind kämpft zwangsläufig darum, das Verhalten seiner Misshandler zu „erklären“ – und endet, um sein Überleben kämpfend, in einem Treibsand der Selbstbeschuldigung.
Emotionale Misshandlung ist sowohl die verbreitetste als auch die am wenigsten verstandene Form von Kindesmisshandlung. Über ihre Opfer wird oft hinweggesehen, einfach, weil ihre Wunden nicht sichtbar sind. In einem Zeitalter, in welchem neue Enthüllungen von unaussprechlichen Kindesmisshandlungen tägliche Kost sind, werden Schmerz und Qual jener, die „nur“ emotionale Misshandlung erfahren haben, oft trivialisiert. Wir verstehen und akzeptieren, dass die Opfer von körperlicher und sexueller Misshandlung gleichermaßen Zeit wie eine spezielle Behandlung brauchen, um zu gesunden. Doch wenn es zu emotionaler Misshandlung kommt, glauben wir anscheinend, dass die Opfer „einfach darüber hinwegkommen“, wenn sie Erwachsene werden.
Diese Annahme ist gefährlich falsch. Emotionale Misshandlung entstellt das Herz und schädigt die Seele. Wie Krebs verrichtet sie ihre tödlichste Arbeit im Inneren. Und wie Krebs kann sie, wenn sie unbehandelt bleibt, Metastasen bilden.
Wenn es zur Schädigung kommt, gibt es keinen wirklichen Unterschied zwischen körperlicher, sexueller und emotionaler Misshandlung. Alles, was das eine vom anderen unterscheidet, ist die Wahl der Waffen des Misshandlers. Ich erinnere mich an eine Frau, eine Großmutter, deren Misshandler schon lange gestorben waren, die mir sagte, dass die Zeit ihren Schmerz nicht besiegt hatte. „Es war nicht nur der Inzest“, sagte sie ruhig. „Es war, dass er mich nicht liebte. Wenn er mich geliebt hätte, hätte er mir das nicht antun können.“
Aber emotionale Misshandlung ist einzigartig, weil sie darauf abzielt, das Opfer sich schuldig fühlen zu lassen. Emotionale Misshandlung ist ein wiederholtes und letztlich sich summierendes Verhalten – sehr leicht zu imitieren – und einige Opfer setzen den Kreislauf später mit ihren eigenen Kindern fort. Obwohl die meisten Opfer diese Antwort mutig zurückweisen, ist ihr Leben oft von einer tiefen, durchdringenden Traurigkeit gekennzeichnet, einem ernsthaft beschädigten Selbstbild und einer Unfähigkeit, sich wirklich mit anderen einzulassen und mit ihnen eine Bindung einzugehen.
Emotional misshandelte Kinder wachsen mit einer bedeutsam veränderten Wahrnehmung auf, sodass sie Verhaltensweisen – die eigenen und die anderer – durch einen verzerrenden Filter sehen. Viele emotional misshandelte Kinder verstricken sich in ein lebenslanges Streben nach der Anerkennung anderer (die sie als „Liebe“ übersetzen). So begierig sind sie nach Liebe – und so überzeugt davon, dass sie sie nicht verdienen -, dass sie Hauptkandidaten für Misshandlung in intimen Beziehungen sind.
Das emotional misshandelte Kind kann man im Inneren jeder geschlagenen Frau hören, die darauf besteht: „Es war mein Fehler, wirklich. Ich scheine ihn einfach irgendwie zu provozieren.“
Und das beinahe unausweichliche Scheitern von Erwachsenen-Beziehungen bekräftigt dieses Gefühl von Wertlosigkeit, vernebelt das Verbrechen, das durch das Leben der Opfer nachhallt.
Emotionale Misshandlung bestimmt das Kind dahingehend, Misshandlung im späteren Leben zu erwarten. Emotionale Misshandlung ist eine Zeitbombe, aber ihre Wirkungen sind selten sichtbar, weil die emotional Misshandelten dazu neigen, zu implodieren, die Wut gegen sich selbst zu richten. Und wenn jemand äußerlich in den meisten Lebensbereichen erfolgreich ist, wer schaut nach innen, um die verborgenen Wunden zu sehen?
Mitglieder einer Therapiegruppe mögen in Alter, sozialer Klasse, ethnischer Zugehörigkeit und Beschäftigung weit auseinander liegen, aber alle zeigen irgendeine Form von selbstzerstörerischem Verhalten: Fettleibigkeit, Drogenabhängigkeit, Anorexie, Bulimie, häusliche Gewalt, Kindesmisshandlung, versuchter Selbstmord, Selbstverstümmelung, Depressionen und Wutanfälle. Was sie in Behandlung brachte, waren ihre Symptome. Aber bis sie sich der einen Sache zuwenden, die sie gemeinsam haben – eine Kindheit der emotionalen Misshandlung -, ist eine echte Gesundung unmöglich.
Eines der Ziele jeder Kinder schützenden Bemühung ist es, „den Kreislauf der Misshandlung zu durchbrechen.“ Wir sollten uns nicht täuschen, dass wir den Kampf leicht gewinnen, weil so wenige Opfer von emotionaler Misshandlung selbst Misshandler werden. Einige emotional misshandelte Kinder sind so effektiv darauf programmiert, zu scheitern, dass ein Teil ihrer eigenen Persönlichkeit sich „selbst Eltern verschafft“, indem sie sich selbst herabsetzen und demütigen.
Der Schmerz hört mit dem Erwachsensein nicht auf. Tatsächlich verschlimmert er sich für einige. Ich erinnere mich an eine junge Frau, eine ausgebildete Fachfrau, charmant und freundlich, von allen gemocht, die sie kannten. Sie sagte mir, dass sie nie Kinder haben würde. „Ich hätte immer Angst, so zu handeln wie sie„, sagte sie.
Anders als die meisten Formen von Kindesmisshandlung wird emotionale Misshandlung von denen, die sie praktizieren, selten geleugnet. Tatsächlich verteidigen viele aktiv ihre psychologische Brutalität, indem sie geltend machen, dass eine Kindheit der emotionalen Misshandlung ihren Kindern helfe, „widerstandsfähiger zu werden.“ Es reicht nicht, wenn wir die pervertierte Meinung ablehnen, dass Kinder zu schlagen gute Bürger hervorbrächte – wir müssen auch die Lüge ablehnen, dass emotionale Misshandlung gut für Kinder ist, weil sie sie für ein hartes Leben in einer rauen Welt vorbereite. Ich habe einige Individuen getroffen, die auf diese Art auf ein hartes Leben vorbereitet wurden – ich traf sie, während sie lebenslänglich einsaßen.
Die wichtigste Waffe emotionaler Misshandler ist die absichtliche Auferlegung von Schuld. Sie benutzen Schuld auf dieselbe Weise wie ein Kredithai Geld benutzt: Sie wollen die „Schulden“ nicht getilgt haben, weil sie ganz glücklich von den „Zinsen“ leben.
Weil emotionale Misshandlung in so vielen Formen (und so vielen Verkleidungen) erscheint, ist das Erkennen der Schlüssel für eine wirksame Antwort. Zum Beispiel, wenn Behauptungen von sexueller Kindesmisshandlung an die Oberfläche kommen, ist es eine besonders abscheuliche Form von emotionaler Misshandlung, Druck auf das Opfer auszuüben, die Behauptung zurückzunehmen, indem man sagt, er oder sie „schade der Familie“, indem er oder sie die Wahrheit sagt. Und genau dasselbe gilt, wenn ein Kind gezwungen wird, die Lüge von einem „liebenden“ Elternteil aufrechtzuerhalten.
Emotionale Misshandlung erfordert überhaupt kein körperliches Verhalten. In einem außergewöhnlichen Fall erkannte eine Jury in Florida das tödliche Potential von emotionaler Misshandlung an, indem sie eine Mutter in Verbindung mit dem Selbstmord ihrer siebzehnjährigen Tochter für schuldig befand, die sie gezwungen hatte, als Nackttänzerin zu arbeiten (und von ihrem Verdienst gelebt hatte).
Eine andere, selten verstandene Form von emotionaler Misshandlung macht Opfer für ihre eigene Misshandlung verantwortlich, indem man von ihnen verlangt, dass sie den Täter „verstehen.“ Einem zwölf Jahre alten Mädchen zu sagen, dass sie ihren eigenen Inzest „ermöglicht“ hat, ist emotionale Misshandlung vom abstoßendsten.
Ein besonders schädlicher Mythos ist der, dass Heilung „Vergebung“ für den Misshandler erfordere. Für das Opfer von emotionaler Misshandlung ist die lebensfähigste Form von Hilfe Selbst-Hilfe – und ein Opfer, das von der Notwendigkeit, dem Misshandler zu „vergeben“ gehandicapt ist, ist in der Tat ein gehandicapter Helfer. Der schädigendste Fehler, den ein Opfer von emotionaler Misshandlung machen kann, ist, in die „Rehabilitierung“ des Misshandlers zu investieren. Zu oft wird dies nur zu einem weiteren Wunsch, der nicht wahr wird – und emotional misshandelte Kinder werden folgern, dass sie kein besseres Ergebnis verdienen.
Die Schäden von emotionaler Misshandlung können nicht an sichtbaren Narben gemessen werden, aber jedes Opfer verliert einen Prozentsatz seiner Leistungsfähigkeit. Und diese Leistungsfähigkeit bleibt so lange verloren, wie das Opfer in dem Kreislauf von „Verstehen“ und „Vergebung“ feststeckt. Der Misshandler hat kein „Recht“ auf Vergebung – solche Wohltaten können nur verdient werden. Und obwohl der Schaden mit Worten angerichtet wurde, kann echte Vergebung nur mit Taten verdient werden.
Für jene mit einem idealisierten Begriff von „Familie“ ist die Aufgabe sogar noch schwieriger, es zurückzuweisen, die Schuld für die eigene Opferung zu akzeptieren. Für solche Sucher ist der Schlüssel zur Freiheit immer die Wahrheit – die wirkliche Wahrheit, nicht die verzerrte, eigennützige Version, die die Misshandler andienen.
Emotionale Misshandlung droht eine nationale Krankheit zu werden. Die Popularität gehässiger, niedrig gesinnter, persönlich angreifender Grausamkeit, die als „Unterhaltung“ durchgeht, ist nur ein Beispiel. Wenn die Gesellschaft inmitten einer moralischen und geistigen Erosion ist, wird eine „Familie“, die auf der emotionalen Misshandlung ihrer Kinder gegründet ist, nicht die Stellung halten. Und es zeigen sich keine unmittelbaren Anzeichen, dass das Blatt sich wendet.
Die wirksame Behandlung von emotionalem Misshandlern hängt von der Motivation für das ursprüngliche Verhalten ab, der Einsicht in die Wurzeln solchen Verhaltens und dem aufrichtigen Verlangen, dieses Verhalten zu ändern. Für einige Misshandler ist, zu sehen, was sie ihrem Kind antun – oder, noch besser, zu fühlen, was sie ihr Kind zu fühlen zwangen – genug, sie Halt machen zu lassen. Andere Misshandler brauchen Hilfe durch Strategien, mit ihrem eigenen Stress umzugehen, sodass er sich nicht auf ihre Kinder entlädt.
Doch für einige emotionale Misshandler ist Rehabilitierung nicht möglich. Für solche Menschen ist Manipulation eine Lebensweise. Sie errichten ein „Familien“-System, in dem es dem Kind niemals gelingen kann, die Liebe des Elternteils zu „verdienen“. In solchen Situationen ist jede Betonung auf die „Heilung der ganzen Familie“ zum Scheitern verurteilt.
Wenn du ein Opfer von emotionaler Misshandlung bist, kann es keine Selbst-Hilfe geben, bis du Selbst-Bezüglichkeit lernst. Das bedeutet, deine eigenen Maßstäbe zu entwickeln, für dich selbst zu entscheiden, was „Güte“ wirklich ist. Die kalkulierten Bezeichnungen des Misshandlers zu übernehmen – „Du bist verrückt. Du bist undankbar. Es ist nicht so passiert, wie du sagst“ -, setzt nur den Kreislauf fort.
Erwachsene Überlebende von emotionaler Kindesmisshandlung haben nur zwei Wahlmöglichkeiten im Leben: lernen, sich auf sich selbst zu beziehen, oder ein Opfer bleiben. Wenn dein Selbstbild zerfetzt wurde, wenn du tief verletzt wurdest, und man dir das Gefühl gab, die Verletzung wäre nur deine Schuld, wenn du nach Anerkennung bei jenen suchst, die sie nicht verschaffen können oder wollen, spielst du die Rolle, die dir von deinem Misshandler zugewiesen wurde.
Es ist Zeit, aufzuhören, diese Rolle zu spielen, Zeit, dein eigenes Manuskript zu schreiben. Opfer von emotionaler Misshandlung tragen das Heilmittel selbst in ihren Herzen und Seelen. Rettung heißt Selbst-Respekt lernen, den Respekt anderer verdienen, und diesen Respekt zu dem absolut unreduzierbaren erforderlichen Minimum für alle intimen Beziehungen zu machen. Für das emotional misshandelte Kind ergibt sich aus Heilung „Vergebung“ – Vergebung für dich selbst.
Wie du dir vergibst, ist so individuell wie du es bist. Aber das Wissen, dass du es verdienst, geliebt und respektiert zu werden, und dich selbst zu ermutigen mit der festen Absicht, es zu versuchen, ist mehr als die Hälfte des Kampfes. Viel mehr.
Und es ist niemals zu früh – oder zu spät – um anzufangen.

Quelle: Parade Magazine vom 28. August 1994

Standard
Journalistisches...

Quo vadis Bildung?


Seit Jahr und Tag werden uns die „Bildungsrepublik Deutschland“ und „Vorrang für Bildung“ versprochen. Geschehen ist in all der Zeit nicht wirklich viel. Wird sich dies nun ändern – mit und dank der Großen Koalition? Jens Wernicke sprach mit Ulrich Thöne, ehemaliger Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=19629

Standard
Fremdes...

Charlie Chaplins Rede an die Menschheit


Aus: Der große Diktator

Standard
Fremdes...

Zwei Samenkörner


Es steckten einmal zwei Samenkörner nebeneinander im Boden.

Das erste Samenkorn sprach: “Ich will wachsen! Ich will meine Wurzeln ganz tief in die Erde senden und ich will als kleines, starkes Pflänzchen die Erdkruste durchbrechen, um dann kräftig zu wachsen. Ich will meine Blätter in ihrer ganzen Pracht entfalten und mit ihnen die Ankunft des Frühlings feiern. Ich will die Sonne spüren, mich von Wind hin- und herwehen lassen und den frischen Morgentau auf mir spüren. Ich will wachsen! – Ich will wachsen!”

Und so erreichte das Samenkorn nach einiger Zeit sein Ziel und wurde eine kräftige, prächtige Pflanze.

Samen

Das zweite Samenkorn aber sprach: “Ich fürchte mich. Wenn ich meine Wurzeln in den Boden sende, weiß ich nicht, was mich dort in der Tiefe erwartet. Ich befürchte, dass es mir wehtut oder dass mein Stamm Schaden nehmen könnte, wenn ich versuche, die Erdkruste zu durchbrechen. Ich weiß auch nicht, was dann dort oben über der Erde auf mich lauert. Es kann ja so viel geschehen, während ich wachse. Nein, nein – ich bleibe lieber hier in Sicherheit und warte, bis es noch sicherer ist.”

Und so verblieb das zweite Samenkorn in der Erde und wartete.

Eines Morgens kam eine Henne des Weges. Sie scharrte mit ihren scharfen Krallen nach etwas Essbaren im Boden. Nach einer Weile fand sie den wartenden Samen im Boden und fraß ihn auf.

(nach Jack Canfield)

Standard
Journalistisches...

„PISA gefährdet unser Bildungssystem“


Morgen wird die neue PISA-Studie vorgestellt. Doch was da gemessen, quantifiziert und zu Länder-Rankings verarbeitet wird, hat mit wahren Bildungszielen nichts zu tun, kritisiert der Bildungsforscher Volker Ladenthin im WirtschaftsWoche-Interview mit Jens Wernicke.

Weiterlesen: http://www.wiwo.de/erfolg/campus-mba/bildungsforscher-volker-ladenthin-pisa-gefaehrdet-unser-bildungssystem-seite-all/9149594-all.html

Standard
Journalistisches...

Kranke Kinder oder kranke Gesellschaft?


Während die sozialen Disparitäten in der Gesellschaft zunehmen, die Armen ärmer und die Reichen immer reicher werden, vermelden die Bildungseinrichtungen immer mehr Kinder und Jugendliche mit so genannten Verhaltensauffälligkeiten, Lernstörungen und Erkrankungen. Die Rede ist von Dyskalkulie, Dyslexie, Legasthenie, ADHS, Eskapismus, Gewaltneigung, Hoch- oder Minderbegabung und anderem. Der Sozial-Eugeniker Thilo Sarrazin schwadronierte unlängst sogar von genetisch vererbbarer Dummheit, die die „Bildungsfernen“ zur gesellschaftlichen Last und Fördermaßnahmen sinnlos mache.
Inzwischen leidet, wer verträumt ist, an Cognitive Tempo Disorder (CTD). Und starke Gefühlsäußerungen gelten amerikanischen Psychologen als Disruption Mood Dysregulation Disorder (DMDD), wie Dr. Bernd Hontschik in der Frankfurter Rundschau vom 17. Mai 2013 zu berichten weiß. Die Trauer über den Tod eines nahen Menschen gilt im neuen Handbuch „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ schon als Krankheit, wenn sie länger als 14 Tage währt. Auf Grund solcher und anderer Diagnosen werden Jahr für Jahr mehr Psychopharmaka verschrieben.
Und wir? Sind wir nicht inzwischen mitten drin und Teil dieser „pathologischen Wende“ – auch und gerade in Pädagogik, Schule und Bildungssystem? Aber wollen wir es einfach dabei belassen? Beobachtbares Problem. Diagnose. Zuschreibung eines Defizits bis in den Kern unseres Menschseins hinein. Individuelle Medikation und Therapie. Fertig. Das war‘s?
Wenn Leben aber Wachsen durch Umwelteinflüsse und Reagieren auf diese ist, ist dann Menschliches nicht stets kontextabhängig und -provoziert? Der Philosoph Martin Buber verlieh solchem Denken wunderbar Form: „Der Mensch wird am Du zum Ich.“ Und Georg Feuser, professorales Urgestein heilpädagogischer Lehre und Forschung, ergänzte: „Er wird zu dem Ich, dessen Du wir ihm sind.“ Dieses „Du“ meint dabei nicht nur Pädagoginnen und Pädagogen, Mitschülerinnen und Mitschüler, Mütter und Väter, sondern die gesamte Gesellschaft. Ist diese, so lautet dann die Frage, überhaupt kinder-, lebens- und entwicklungsfreundlich? Ermutigt sie zu Spiel, Freude, Kreativität und Eigensinn? Verfügen Kinder in ihr über die Zuneigung, Wertschätzung und sichere Bindungen, die sie für ideales Wachstum benötigen? Und wenn nicht, ist die Zahl von Kindern und Jugendlichen „mit Problemen“ dann nicht womöglich ein Indikator für die gesellschaftlichen und individuellen Folgen von Stress, Konkurrenz, Leistungsdruck, Arbeitsentgrenzung, Abstiegsängsten und vielem mehr? Ein Indikator für die zunehmende Beziehungslosig- und Sinnunfähigkeit unserer Zeit, an der auch viele Erwachsene leiden?
In diesem Sinne ist die vorliegende HLZ zugleich Ermutigung wie Provokation. Provokation, weil die Autorinnen und Autoren die üblichen Erklärungsansätze kritisch hinterfragen und die These wagen, dass es Rechenschwäche, Rechtschreibschwäche, ADHS, Hochbegabung, Bildungsferne, Gewaltbereitschaft, geistige Behinderung sowie soziale Differenzen erklärende genetische Unterschiede zwischen Menschengruppen gar nicht gibt, sondern solche Konstrukte nur von grundlegenderen Fragen ablenken. Und Ermutigung, weil wir gemeinsam sehr wohl herausfinden können, was ein freudvolleres, lebenswerteres Leben ausmachen kann, das mehr auf Kooperation denn auf Konkurrenz ausgerichtet ist, mehr auf Ermutigung denn auf normierende Erziehung und mehr auf Neugier denn auf Leistungssteigerung. Das Titelthema befasst sich daher auch mit der Frage, wie wir eigentlich leben wollen und wer wir eigentlich sind. Oder, um es mit Oliver Tolmein zu sagen: Wann ist der Mensch ein Mensch?

Jens Wernicke

Aus dem Inhalt:
Prof. Georg Feuser: Geistigbehinderte gibt es nicht
Prof. Erika Brinkmann und Prof. Hans Brügelmann: Legasthenie gibt es nicht
Prof. Wolfram Meyerhöfer: Rechenschwäche gibt es nicht
Prof. Dieter Mattner: ADHS gibt es nicht
Prof. Gerald Hüther: Hochbegabte gibt es nicht
Andreas Kemper: Bildungsferne gibt es nicht
Prof. Freerk Huisken: Gewaltbereitschaft gibt es nicht
Doris Liebscher und Tino Plümecke: Menschenrassen gibt es nicht

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/HLZ–12-2013–web.pdf

Standard
Fremdes...

Herzenstüren öffnen


Warum mit geschlossenen Augen und verschlossenem Geist umhergehen und es unterlassen, dein wahres Erbe zu erkennen? Begreife, dass du nicht aussen nach Weisheit, Wissen und Verständnis suchen musst; es ist alles in dir und wartet nur darauf, ans Licht gebracht zu werden. Wenn du dir dessen bewusst wirst, wirst du nie mehr meinen, dass eine Seele intelligenter als eine andere ist. Du wirst wissen, dass Seelen alle Dinge zu tun und alle Dinge zu verstehen fähig sein werden, wenn sie sich bewusst werden, dass sie alles tief in ihrem Innern tragen; in der Tat wird eine ganz neue Welt sich ihnen eröffnen. Du bist eine Welt für dich, eine Welt, die alles Licht, alle Liebe, Weisheit, Wahrheit und alles Verständnis in sich trägt, die darauf warten, hervorgebracht zu werden. Hör also auf, aussen danach zu suchen. Nimm dir Zeit, still zu sein und sie in dir zu finden. Lerne, dich selbst zu verstehen, und indem du dies tust, wirst du anfangen, andere zu verstehen, das Leben zu verstehen, Mich zu verstehen.

Aus: Eileen Caddy: Herzenstüren öffnen

Standard
Journalistisches...

Macht PISA dumm?


Herr Meyerhöfer, am 3. Dezember werden die Ergebnisse der neuesten, inzwischen fünften PISA-Studie, PISA 2012 genannt, der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie gehören von Beginn an zu den größten Kritikern dieses Programms. Wogegen richtet sich Ihre Kritik?

Nun, ich habe ursprünglich mal versucht, mit Hilfe von PISA und ähnlichen Studien Wege zur Verbesserung von Schule zu finden. Dafür geben diese Studien aber nichts her. Zudem war es, als würden Sie ein Bild aufhängen wollen: Sie schlagen einen Nagel in die Wand und Schlag für Schlag bröckelt Ihnen die ganze Wand entgegen. Bei näherer Betrachtung erweist sich jedes theoretische und methodische Element von PISA als brüchig.

Ein Interview von Jens Wernicke.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=19428
Alternative Version: http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=bi&dig=2013%2F11%2F27%2Fa0120&cHash=2e4d2430dfb0f6a039d7bcc019b95593
Alternative Version: https://www.neues-deutschland.de/artikel/916579.ein-propagandainstrument.html

Standard
Journalistisches...

Kranke Menschen oder kranke Gesellschaft?


Seit Langem wird das „Thema ADHS“ kontrovers diskutiert. Werden immer mehr Kinder in unserem Land „einfach krank“? Warum? Und was hat es damit auf sich, dass selbst der „Erfinder“ von ADHS, der amerikanische Psychiater Leon Eisenberg, auf dem Sterbebett nicht mehr an seine eigene Schöpfung glaubte, sondern diese als „ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung“ bezeichnet hat? Jens Wernicke sprach hierzu mit Dieter Mattner, Professor für Heil- und Sonderpädagogik im Ruhestand, der seit Längerem zum Thema arbeitet und forscht.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=19394

Standard
Fremdes...

Ein paar Weisheiten zum Tag


Die Stärke, die das Herz vor Verletzungen bewahrt,
hindert es auch daran, seine wahre Größe zu entwickeln.

(Khalil Gibran)

Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.

(Astrid Lindgren)

Wenn ein Kind kritisiert wird,
lernt es zu verurteilen.

Wenn ein Kind angefeindet wird,
lernt es zu kämpfen.

Wenn ein Kind verspottet wird,
lernt es schüchtern zu sein.

Wenn ein Kind beschämt wird,
lernt es sich schuldig zu fühlen.

Wenn ein Kind verstanden und toleriert wird,
lernt es geduldig zu sein.

Wenn ein Kind ermutigt wird,
lernt es sich selbst zu vertrauen.

Wenn ein Kind gelobt wird,
lernt es sich selbst zu schätzen.

Wenn ein Kind gerecht behandelt wird,
lernt es gerecht zu sein.

Wenn ein Kind geborgen lebt,
lernt es zu vertrauen.

Wenn ein Kind anerkannt wird,
lernt es sich selbst zu mögen.

Wenn ein Kind in Freundschaft angenommen wird,
lernt es in der Welt Liebe zu finden.

(Text über dem Eingang einer tibetischen Schule)

Standard
Gedichte...

Wer lebt, stört


Sie waren beschäftigt
mit sich, ihren Nöten, Sorgen
ihrer Angst

Sie haben Dir gesagt und bedeutet
dass Du störst
Und Du
hast es ihnen geglaubt

Geglaubt
dass Du, um geliebt zu werden,
nur weniger stören
und anders sein musst
als Du bist
denn so wie Du bist
bist Du offenbar falsch

Wenn Du traurig warst
oder Angst hattest
haben sie gesagt:
Da gibt es nichts zu Weinen,
reiß Dich zusammen, sei stark!

Wenn Du spielen
oder toben wolltest
haben sie gesagt:
Ein anständiges Kind
bleibt stets ruhig, beschäftigt sich mit sich selbst
und fällt anderen nicht zur Last!

Wenn Du Dir etwas gewünscht hast
(Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit, Trost,
das Zweirad oder den Teddybär)
haben sie gesagt:
Wenn Du uns wirklich lieben würdest
dächtest Du nicht immer nur an Dich
ja, dann wärst Du
nicht so ein habgieriges Kind!

Und so hast Du verlernt
Deiner eigenen inneren Wahrheit
Deinen Gefühlen und Impulsen zu vertrauen
und gelernt
zu fühlen und erfüllen
was jene
von denen Du abhängig warst
brauchten
und warst ihnen dies

Warst nicht mehr traurig
nicht ängstlich
nicht freudig-spielend
nicht fordernd
nicht anstrengend
nie mehr eine Last

Und hast gelernt
Gefühle zu lesen
andere zu fühlen
ihre Nöte, Sorgen und Angst
und diese, ihre Gefühle
dann zu Deinen
und Dich
für sie verantwortlich gemacht

Und auch heute noch denkst Du
dass dies Liebe sei

Dabei dürftest Du
– ja, heute endlich darfst Du dies! –
inzwischen doch erkennen
dass Du
mit allem
was Du bist und was in Dir lebendig ist
bedingungslos richtig
und wundervoll
und liebenswert bist

Und dass Du
niemals deswegen „anstrengend“ warst
weil etwas an oder in Dir falsch gewesen ist
sondern nur deswegen
weil die anderen
sich selbst nicht genügend liebten
um mutig genug zu sein
etwas zu unternehmen und tun:
für sich
und also
wider ihre Nöte, Sorgen und Angst
diese, ihre Verantwortung
jedoch auf Dich abwälzten alsdann

Sie haben sich
nicht wirklich geliebt
und konnten deswegen
auch Dich
nicht bedingungslos lieben
Das aber
hättest Du, auch das darfst Du erkennen heut
so sehr verdient und gebraucht

So hast Du gelernt und verinnerlicht
was Du erfahren hast:
dass nämlich
Du nur dann geliebt wirst
wenn Du andere mehr
als Dich selber liebst
musstest dies lernen
denn wer seine Eltern verliert, stirbt

Dein Lernen und So-Sein war richtig einst
und hatte guten Grund
Nur heute, da schützt und beschützt es Dich nicht mehr
sondern schadet Dir nur

Drum ist es jetzt an der Zeit
sich aufzumachen, auf den Weg:
Um zu lernen
dass, nur, wer zuallererst einmal
sich selbst wertschätzt und liebt
überhaupt andere zu lieben vermag
und hierdurch
auch der Kreis aus Missbrauch
durchbrochen werden kann
der sonst ewig weitervererbt wird
und besteht

Du darfst erkennen
dass nur, wenn Du Dir selbst Maßstab Deines Handelns bist
nur, wenn Du Dir erlaubst,
zu spielen, zu fordern, zu weinen und toben
wann immer Du es brauchst und willst
Du nicht stets aufs Neue Opfer
sondern Gestalter Deines Lebens
sowie Deiner Erfolge und Deines Glückes sein wirst

Erkennen, dass
wenn Du heute auf das Beste für Dich bestehst
Dich hierfür einsetzt und selbst auch vertrittst
Du es überleben wirst, wenn Dein Gegenüber
Dich hieraufhin verlässt
und dass dies nicht Habgier
sondern Selbstliebe und Freiheit
die zwei Voraussetzungen für Liebe also
sind

Und erkennen
dass Du Dich heute mit Menschen umgeben
und Dir ein Umfeld zu gestalten vermagst
das, anders als Deine ersten Bezugspersonen
mit seinen eigenen Dämonen
bereits Frieden geschlossen hat
und Dir deshalb niemals mehr zurufen wird
dass Du falsch oder störend seist
und Dich auffordert sodann:

Sei ganz Du selbst
nicht „nett“ oder „lieb“, sondern echt!
denn es stört
wenn Du nicht auch
traurig, ängstlich, verspielt, tobend und fordernd
nicht also
auch bedingungslos Du
und selbstliebend bist
und wir daher
nicht erfahren
wer Du bist, wenn Du bist
und was Du brauchst
denkst, wünschst und fühlst

Sei Du, ganz Du
und wage es, aus Liebe zu Dir selbst
auch anzuecken und zu stören
denn: Wer lebt, stört!
und wir wollen, dass Du lebst
wirklich lebst
denn: Wir lieben Dich.

Standard
Journalistisches...

Koalitionsverhandlungen um Bildung: Was bringt Studierenden die Große Koalition?


Seit Wochen laufen die Koalitionsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD. Wie ist es dabei um das „Prestigethema“ Bildung bestellt? Was können und dürfen Studierende von einer möglichen Großen Koalition erwarten? Darüber sprach Studis Online mit Andreas Keller, stellvertretender Vorsitzender und Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Weiterlesen: http://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-1585-koalitionsverhandlungen-bund2013.php

Standard
Journalistisches...

Studieren für den Arbeitsmarkt? Fachkräftemangel und Studienwahl


Das Thema Fachkräftemangel ist umstritten: Es fehlten hunderttausende Fachkräfte im Land, äußert die eine Seite. Stimmt nicht, kontert die andere. Gibt es „hinter“ diesem Chaos eine Orientierungshilfe für angehende Studierende? Welches Studium ist zukunftssicher? Macht es Sinn, einer Arbeitsmarktprognose die eigene Studienwahl zu überantworten? Studis Online sprach mit Dr. Michael Weegen vom Informationssystem „Studienwahl und Arbeitsmarkt“ an der Universität Duisburg-Essen.

Weiterlesen: http://www.studis-online.de/Karriere/art-1584-studienwahl-und-arbeitsmarkt.php

Standard
Journalistisches...

Von wegen Rechtschreipkaterstrofe!


Einen allgemeinen Verfall der Rechtschreibung oder gar der Rechtschreibfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen gibt es nicht, meint Hans Brügelmann, bis 2012 Professor für Grundschulpädagogik und -didaktik an der Uni Siegen. Was es stattdessen aber sehr wohl gebe, seien immer mehr Diagnostiziererei und Pathologisierung abweichenden Verhaltens. Mit Konzepten wie Legasthenie, ADHS usw. würden Schwierigkeiten so zu individuellen Eigenschaften deklariert anstatt zu sehen, dass diese stets auch Folge der Wechselwirkung zwischen Kind und Umwelt seien. Mit Hans Brügelmann sprach Jens Wernicke.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=19187

Standard
Fremdes...

Abendlied


Gute Nacht, ihr wilden Vögel
ich gehe jetzt zur Ruh
und euer Flügelschlagen
sei mir ein Lied dazu.

Gute Nacht, ihr dunklen Flüsse
ich geh nun langsam fort
und euer nahes Rauschen
sei mir ein Abschiedswort.

Gute Nacht, ihr schwarzen Wolken
ich bleibe nicht mehr hier
und euer großer Regen
sei eine Decke mir.

Gute Nacht, ihr fremden Winde
ich bin schon fast vorbei
und euer kühles Wehen
ein Weggefährt mir sei.

Gute Nacht, ihr weisen Leute
ich hör euch nicht mehr zu
und eure großen Worte
verstummen in der Ruh.

(Thomas Brasch)

Standard